Presse im Überblick

 
 
 

Pressemitteilung vom 12/11/2009

Von der Dorfschmiede zum ‚Global Player’
Alfred Fischbacher feiert runden Geburtstag


Alfred Fischbacher, Unternehmer aus Rohrdorf,

feiert am Sonntag seinen 80sten Geburtstag.

Der Jubilar erfreut sich bester Gesundheit und

Schaffenskraft und blickt mit Optimismus in die

Zukunft.


Als zweitältester Sohn von Anton und Maria

Fischbacher kam Alfred Fischbacher 1929 in

Rohrdorf zur Welt. Seine berufliche Laufbahn

begann er 1944 mit der Ausbildung zum

Technischen Zeichner, musste diese aber nach

einem Jahr aufgrund der Kriegsgeschehnisse

abbrechen. Nach dem Krieg lernte Alfred

Fischbacher im elterlichen Betrieb Maschinen-

schlosser. Nach erfolgreich beendeter Ausbildung

stieg er 1948 in den damals noch sehr bescheidenen

elterlichen Betrieb ein. Sein Vater übertrug ihm

die Verantwortung für den Einkauf, den Verkauf

und den Außendienst. 1955 heiratete Fischbacher

seine Frau Maria Rosa, geb. Winkler, mit der er auch

heute noch glücklich verheiratet ist.

Der Ehe entstammen zwei Söhne.

 

Bedingt durch die schwere Krankheit seines Vaters übernahm Alfred Fischbacher 1964 den

Handwerksbetrieb als Alleininhaber. In einer großartigen unternehmerischen Leistung baute Fischbacher

die kleine Metallwarenfabrik in Rohrdorf Schritt für Schritt zu einem hervorragend florierenden

Unternehmen aus. Ausschlaggebend für die positive Geschäftsentwicklung waren seine
unternehmerische Weitsicht und Bereitschaft, über strategische Schlüsselinvestitionen kalkulierbares
Risiko einzugehen, um ein nachhaltiges, jedoch immer gesundes Wachstum zu garantieren. Er
investierte in immer größere Maschinen, zusätzliche Fertigungshallen wurden errichtet und die für eine
zukünftige bauliche Erweiterung des Rohrdorfer Unternehmens äußerst wichtigen Umgriffsflächen
abgesichert. Fischbacher’s exzellentes Marktgespür führte Zug um Zug zu einer erheblichen
kundenorientierten Ausweitung des Produktangebots.

 

Gleichzeitig verstand es Alfred Fischbacher aber auch, frühzeitig seine beiden Söhne als die
nachkommende Generation für sein Unternehmen zu interessieren. Durch das erzieherische Geschick
des Ehepaars Fischbacher wuchsen die beiden Jungs zwischen Schulranzen, Bilanzen und
Maschinen auf und entwickelten sich viel versprechend, was von den Eltern auch honoriert wurde.
Auch wenn es nur auf dem Papier stand: durch Schenkungsverträge waren die Söhne als 16-Jährige
bereits stille Teilhaber an Fischbacher’s Unternehmen. „Dividenden wurden natürlich nicht ausbezahlt,
sondern in Einlagen umgewandelt“, so Fischbacher’s Fiskalpolitik. Im Rahmen der steuerfreien
Beträge nahm Fischbacher Schenkungen von Gesellschaftsanteilen vor und erhöhte so schrittweise
die Beteiligungen seiner Söhne. „So etwas motiviert und schafft Identifikation!“ Kein Wunder, dass die
beiden Söhne, der Diplomingenieur Anton (Jahrgang 1956) und der promovierte Diplomkaufmann
Alfred (Jahrgang 1957) Mitte der 80er Jahre in das elterliche Unternehmen eintraten und den Vater
kräftig unterstützten.

 

Die Verstärkung zeigte schnell Wirkung: Die Geschäftstätigkeit wurde um den Geschäftsbereich
‚Umformtechnik’ erweitert, die Verkaufsaktivitäten im Bereich Kleinräder wurden international
ausgeweitet und strategisch neu ausgerichtet. Mit der Übernahme des ehemaligen VEB Räderwerk
Ronneburg im Jahr 1991 wurde das Sortiment des Geschäftsbereiches Räder um Räder größeren
Durchmessers ergänzt. Zudem wurde die Entwicklung, Herstellung und der Vertrieb von
Stahlscheibenrädern strategisch als zukünftiges Hauptbetätigungsfeld definiert. Mit der mefro
Räderwerk Ronneburg GmbH, Ronneburg/Thür., konzentrierten sich die Herren Fischbacher in einem
ersten Schritt auf die Nischenmärkte der Land- und Baumaschinenindustrie sowie auf die Hersteller
von Pkw-Anhängern, Caravan und Industriefahrzeugen. Alfred Fischbacher war, wie seine Söhne, als
‚Aufbaupionier’ von der ersten Stunde der Wiedervereinigung an im Räderwerk Ronneburg vor Ort
tätig, um die Sanierung des maroden, ehemaligen DDR Betriebes schnellstens voranzutreiben. Über
einen gezielten Leistungswettbewerb mit qualitativen hochwertigen Spezialprodukten konnte sich das
Unternehmen sehr schnell international einen hervorragenden Ruf erarbeiten und schuf dadurch die
Basis für ein nachhaltiges Wachstum der Fischbacher Unternehmensgruppe.

 

Im Jahr 2000 entschieden sich die Herren Fischbacher für den Zukauf des Automobilzulieferers
SÜDRAD GmbH Radtechnik, Ebersbach/Fils, und damit für die konsequente Ausweitung der mefro
Geschäftsaktivitäten auf die Volumenmärkte der Automobil- und Nutzfahrzeughersteller. Bereits fünf
Jahre später gelang dem Fischbacherschen ‚Triumvirat’ mit dem Erwerb der Michelin Rädersparte der
nächste Clou: Im Mai 2005 wurden von der Michelin die Räderfabriken Michelin Kronprinz Werke
GmbH (heute: KRONPRINZ GmbH), Solingen, die Michelin Roues France S.A.S. (heute: mefro Roues
France S.A.S.), Troyes/Frankreich, die TEKERSAN Jjant Sanayj A.S., Bilecik/Türkei sowie die
Vertriebsgesellschaft Fritz Berger GmbH, Essen, übernommen. Gleichzeitig gelang den Fischbachers
damit der Sprung zum europäischen Marktführer.


Um neben der Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie auch das Wachstum in den Bereichen
Baumaschinen, Industriefahrzeuge, Traktoren und Landmaschinen abzusichern und hierdurch das
unternehmerische Risiko auf mehrere Standbeine zu verteilen, beteiligten sich die Fischbachers über
ihre in Rohrdorf ansässige Dachgesellschaft mefro wheels GmbH zu Ende des Jahres 2008 an der
weltweit agierenden Unternehmensgruppe Titan Europe Plc. Neben Spezialrädern für schwere
Erdbewegungsmaschinen, Muldenkipper, Autokrane, Traktoren und Mähdrescher produziert Titan
auch komplette Untergestelle und Komponenten für Raupenbagger, Planierraupen und
Tagebauausrüstung. Die Beteiligung beträgt 29,9%, mefro wheels ist der größte Einzelinvestor. Der
Jahresumsatz von Titan Europe Plc. belief sich in 2008 auf knapp 510 Mio. Euro, weltweit werden von
dieser Unternehmensgruppe 2.900 Mitarbeiter beschäftigt.

 

Aus dem von seinem Vater übernommenen kleinen Rohrdorfer Betrieb mit damals 0,3 Mio. Euro
Jahresumsatz und 27 Mitarbeitern entwickelte sich damit in knapp 45 Jahren eine finanzstarke,
weltweit agierende mefro Unternehmensgruppe mit 2.700 Mitarbeitern und einem konsolidierten
Umsatz in 2008 von knapp über 500 Mio. Euro (alle Zahlen ohne Berücksichtigung von Titan Europe
Plc.). Weitere Akquisitionen, Beteiligungen und Joint Ventures planen die Herren Fischbacher für die
kommenden Jahre in Brasilien, Russland, Indien und China.

 

Trotz seines starken unternehmerischen Engagements stellte Fischbacher seine Schaffenskraft auch
dem Gemeinwohl zur Verfügung. So gehörte er 18 Jahre dem Gemeinderat der Gemeinde Rohrdorf
an und war Mitglied im Bau- und Planungsausschuss. Von 1984 bis 1990 war er auch Verbandsrat
des Abwasserzweckverbandes Prien- und Achental. Er hat sich insbesondere für die Schaffung und
den Ausbau der Infrastruktur (Straßenbau, Wasserversorgung und Kanalisation) sowie die Förderung
bestehender und die Ansiedlung neuer Betriebe in der Gemeinde eingesetzt. Der Bau des Schul- und
Freizeitzentrums "Turner Hölzl" in Rohrdorf war sein besonderes Anliegen. Er gehörte auch dem
Sonderbauausschuss "Turner Hölzl" an und begleitete die Baumaßnahmen mit seinen Erfahrungen.
Im IHK Handelsgremium Rosenheim war er als Mitglied 20 Jahre lang tätig, vier Jahre war Alfred
Fischbacher Vorsitzender des IHK-Gremiums Rosenheim und Mitglied der Vollversammlung der IHK
für München und Oberbayern und fungierte als Handelsrichter am Landgericht in Traunstein.
Aufgrund seiner besonderen unternehmerischen Leistungen und seines sozialen und
gesellschaftlichen Engagements wurde Alfred Fischbacher 1999 mit der Bürgermedaille der
Gemeinde Rohrdorf ausgezeichnet. 2002 erhielt er hierfür das Verdienstkreuz am Bande des
Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

 

Noch heute ist Fischbacher täglich im Rohrdorfer Unternehmen. Auch mit 80 Jahren ist er ein
Unternehmer, der seine Berufung lebt, der halb so alten Zeitgenossen immer noch vorlebt, was
Leidenschaft, Engagement und Fleiß bedeuten. Auch in seiner Erscheinung wirkt Fischbacher
dynamisch und agil. Er vereint das klassische, traditionelle Unternehmertum mit Zukunftsorientiertheit.
Solange ihm die Arbeit Spaß macht, denkt er nicht ans Aufhören. Er genießt es sichtlich, dass ihm
sein Lebenswerk hervorragend gelungen ist: eine harmonische, in sich geschlossene Familie als
Rückhalt und Energiequelle, ein perfekter Generationswechsel für sein Unternehmen, der Wandel von
einer dörflichen Fabrikationsstätte hin zu einer global erfolgreich agierenden Unternehmensgruppe.
Selbst die derzeitige Wirtschaftskrise sieht Fischbacher positiv: „Neben den erheblichen Gefahren
bietet sie uns sicherlich auch viele Gelegenheiten. Einige davon werden wir ergreifen und in ein paar
Jahren die Krise gestärkt verlassen!“

 

mefro wheels GmbH